Minimalistisch gut
Die aktuellen Trends im Web sind unterschiedlichster Natur. Je nach Branche und Zielgruppe gibt es verschiedene Ansprüche an das Design der Präsenzen. Ich beobachte täglich die aktuelle Entwicklung im Webdesign und stoße immer wieder auf gute Ansätze und interessante Ideen. Mit den aktuellen Trends kann sich jedoch nicht jeder auf Anhieb anfreunden – besonders dann nicht, wenn diese Trends in die Gestaltung der eigenen Internetseite einfließen sollen.
Die Überschrift des Beitrags verrät eigentlich schon worauf ich in meinem heutigen Posting hinaus will. »Minimalistisch gut« bezieht sich nicht auf das Budget, welches in die Erstellung einer Seite einfließen sollte, sondern auf deren Gestaltung. Aktuell sieht man es immer wieder: Weniger ist oftmals mehr. Für einen Kunden ist dies nicht zwangsläufig nachvollziehbar. In manchen Fällen sollte man die eigenen Wünsche an eine Website in den Hintergrund stellen und sich auf die Wünsche des Besuchers konzentrieren. Ich meine damit nicht, dass sich alle Ansprüche an Funktionalität in Luft auflösen sollten. Ich spreche viel mehr von einem Rundgang auf der Website mit den Augen der Zielgruppe. Bekanntlich beweisen Eye-Tracking Studien immer öfter, dass ein Design den Besucher nicht zum eigentlichen Ziel führen kann. Die Gestaltung ist die ausschlaggebende Instanz den User intuitiv über die Oberfläche der Seite zu führen, auf mögliche Optionen aufmerksam zu machen und ihn schließlich zur Intentionsrealisierung des Anbieters zu navigieren. Im Fall eines Online-Shops wäre dies das Abschicken der Bestellung.
Seien Sie einmal ganz ehrlich. Haben Sie nicht auch schon manches Mal mehr Geld für ein Produkt ausgegeben, weil der kostengünstigere Anbieter eine absolut überladene und für Sie unseriös wirkende Internetseite hatte?
Der Besucher muss sich wohlfühlen können und darf nicht direkt von Informationen und blinkenden Bannern überwältigt werden.
Mittlerweile gibt es die unterschiedlichsten Möglichkeiten mit minimalistischer Attitüde auf bestimmte Optionen einer Website hinzuweisen. Hierfür ist es nicht zwingend notwendig störende Animationen zu verwenden. Denn was hilft es dem User, wenn ihm über ein hypnotisierendes Banner mitgeteilt wird, dass SSV ist, wenn er durch die vorherrschende Reizüberflutung keine Möglichkeit hat die Produkte des Shops wahrzunehmen.
Folglich zählt: Ausgewogenheit. Es darf niemals vergessen werden welches Ziel der Benutzer erreichen soll und dass er sich gut aufgehoben fühlen muss.
Ein paar Hinweise sollen hier helfen:
- Ein Logo muss nicht groß sein – ein kleineres Logo auf großzügiger Fläche platziert hat oftmals einen wesentlich besseren Effekt. Es ist ja auch nicht das Logo was verkauft wird, sondern die Produkte oder Dienstleistungen weiter unten auf der Seite – genau die sollten sichtbar positioniert werden.
- Nicht jedes Element muss sich mittels eines Hintergrundes oder eines Rahmens von den anderen abgrenzen. Hier sollte lieber mit ausreichend Freiraum gearbeitet werden, der dem User auch einmal die Möglichkeit zum Aufatmen und Orientieren bietet.
- Produkte vernünftig präsentieren- eines der wichtigsten Aspekte. Ich kaufe keinen Artikel, weil der nebenstehende Text ansprechend geschrieben ist. Bei einer Tapete möchte ich vor allem das Produkt sehen – die Struktur, das Material und die Farbe. Texte sind zweitrangig und können nach einer angemessenen Produktpräsentation folgen.
Um Erfolge verbuchen zu können, erfordert es eine vielschichtige Planung, die nur durch eine kompetente Beratung erzielt werden kann. Denn wer kommt schon gerne über Umwege ans Ziel?
Felix schrieb am 11 Okt 2010 um 11:46 #
Sehr schön, besonders die offene Frage am Ende gefällt!